Sonntag, 14. Januar 2018

Selbstmordrate

Innerhalb kurzer Zeit bringen sich verschiedene Beamte des BKA um. Sabine Nemez, die inzwischen zeitweilig an der BKA-Akademie unterrichtet, versucht herauszufinden, wieso die Selbstmordrate unter den Kollegen plötzlich so hochschnellt. Sie glaubt ihr alter Professor Maarten S. Sneijder könnte ihr vielleicht helfen, doch dieser weist sie schnöde zurück, mit den Worten, sie solle die Vergangenheit ruhen lassen. Das wirkt natürlich mehr wie eine Aufforderung. Sabine versucht Zusammenhänge zwischen den Schicksalen der verstorbenen Beamten zu finden. Überrascht stellt sie fest, dass diese zu Beginn ihrer Karriere gemeinsame Einsätze hatten. Natürlich bohrt Sabine weiter nach, sie gewinnt allerdings den Eindruck, ihre Zeugen sterben schneller als sie sie befragen kann.

Dieser Maarten S. Sneijder, man möchte in irgendwohin treten, wie kann er seiner ehemaligen Kollegin nur die Unterstützung verweigern. Er muss doch wissen, dass sie nicht aufgeben wird. Zwar ist Sneijder seit dem letzten Einsatz suspendiert, aber ein paar Tips könnte er doch geben. Aus seiner Reaktion ergibt sich, dass er vermutlich mehr über die Zusammenhänge weiß als er zugibt. Nun er gibt ja gar nichts zu.

In ihrem vierten Auftritt geraten Sabine Nemez und ihr ehemaliger Ausbilder Maarten S. Sneijder mal so richtig auseinander. Da verweigert dieser alte Knurrhahn einfach die Zusammenarbeit. Dabei gilt es doch, das Rätsel um diese unheimliche Selbstmordserie zu lösen. Denn unheimlich ist es schon, wenn plötzlich mehrere gestandene Beamte ihr Leben wegwerfen. Wie Dominosteine scheinen sie zu fallen, einer nach dem anderen. Alle im nahezu gleichen Alter, mit nennenswert guten Laufbahnen. Ebenso wie die Ermittler steht man als Leser/Hörer vor einem Rätsel. Ebenso wie Sabine ärgert man sich über Sneijder, der anscheinend nichts als dumme Sprüche in petto hat. Und wenn sich die Hinweise so langsam verdichten, kommt eine Geschichte ans Licht, die man beinahe Verschwörung nennen könnte. Ausgesprochen spannend entfaltet sich ein klassischer Kriminalfall, der es in sich hat. Unterstrichen noch durch die eindrucksvolle Lesung von Achim Buch verfolgt man gebannt, welch unglaubliche Details die Ermittler zutage fördern. 

Im besten Sinne - ein Krimi wie er im Buche steht. 


4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Todesreigen von Andreas Gruber
ISBN: 978-3-844-52657-8




Samstag, 13. Januar 2018

Lost Years

Im Geheimen lebt William Shakespeare in Venedig. Im Jahr 1586 tritt er dort als Assistent der englischen Botschaft auf. Er und zwei Freunde sind allerdings in großer Gefahr, denn sie kennen die Namen vieler katholischer Spione in England. Deshalb trachtet der Papst ihnen nach dem Leben. Shakespeare und seinen Freunden bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen. In Verona lebt Aemelia, die Tochter des Herzogs. Sie ist eine freiheitsliebende Persönlichkeit, die es absolut nicht ausstehen kann, bevormundet zu werden. Und so ist die von ihrem Vater arrangierte Ehe mit Count Claudio überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Viel lieber mag sie ihren Cousin Valentine.

Bei „The Assassin of Verona“ handelt es sich um den Nachfolgeband zu „The Spy of Venice“. Zu Beginn des vorliegenden Bandes merkt man auch, dass es sich nicht um einen ersten Band handelt. Das Geschehen beginnt irgendwie mittendrin und so bedarf es einer ganzen Weile und einiger eigener Ermittlungen hinsichtlich des Lebens des großen Autors und des geschichtlichen Kontexts, um verstehen zu können, an welchem Punkt ungefähr die Story einsetzt. Zur kurzen Erläuterung: die Handlung ist angesiedelt in den sogenannten verlorenen Jahren Shakespeares, über die kaum etwas bekannt ist. In dieser Zeit der Herrschaft Elisabeth I versuchten die Katholiken die Herrschaft in England zurückzuerlangen. Im Original gelesen, kommt die shakespearische Sprache hinzu, die die Lektüre nicht unbedingt einfach macht, selbst wenn man seinen Shakespeare kennt. 

Erst nach und nach erschließt sich der Charme der Geschichte. Die tragische Liebe Shakespeares zu Isabella, die ihm sicherlich mehr als nur ein Gedicht oder Sonnet eingehaucht hat, Anklänge an Stücke, die man einmal gelesen hat, Namen, die Erinnerungen wecken. Selbst wenn einem Shakespeare mit englischen Original nicht so geläufig ist, lässt sich doch einiges wieder erkennen. Uns so verfolgt man Shakespeares Erlebnisse mit immer größerem Verständnis und ist schließlich gefesselt sowohl von der Geschichte als auch von dem fein ziselierten Gebrauch der Sprache. Der Autor kennt und versteht seinen Shakespeare und mit seinem Werk erfüllt er diese vorher erwähnten verlorenen Jahres wahrhaftig mit Leben, mit Inspiration für den späteren Stückeschreiber.

Eine tolle Romanidee, im Original für einen Nichtmuttersprachler allerdings nicht ganz einfach zu lesen. Sollte man auf der Suche nach einem größeren Publikum sein, bedürfte es sicherlich einer präzisen und kenntnisreichen Übersetzung.


3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

The Assassin of Verona von Benet Brandreth
ISBN: 978-1-78576-216-1


Dienstag, 9. Januar 2018

Report Köln

Der Journalist Jan Römer hat glücklicherweise eine Festanstellung. Er berichtet über ein zeitloses Thema, an dem die Leser das Interesse nicht verlieren. Er und seine Kollegin Stefanie genannt Mütze rollen ungelöste Kriminalfälle journalistisch auf und manchmal stoßen die sogar auf Informationen, die anderen entgangen sind. Vor ungefähr zwanzig Jahren wurde die 19jährige Sonja Risse ermordet und hingebettet als würde sie schlafen. Diese fast schon rituelle Aufbahrung lässt an einen Serientäter denken, doch vergleichbare Fälle tauchen in keiner Datenbank auf. Jan und Mütze entschließen sich, so an den Fall heran zu gehen als gäbe es noch keine Ermittlungen.

Bereits zum dritten Mal recherchieren Jan Römer und Stefanie Schneider in einem bisher ungeklärten Verbrechen. Sie sind ein eingespieltes Team, in dem jeder seine Aufgaben hat, das Brainstorming aber gemeinsam erledigt wird. Den Tod von Sonja umgibt ein Geheimnis, so scheint es. Die junge Frau war offen, klug und bei allen beliebt. Wie sich in einem ersten Gespräch herausstellt war ihre Mutter wohl eine der Wenigen die ein Problem mit ihrem Kind hatte. An einem Mädchen, das sich zwar nach dem sehr erfolgreichen Ablegen der Abiturprüfung ein Auszeit gönnte, das jedoch Pläne für sein weiteres Leben hatte. Alle Ansätze führen zunächst ins Nichts. Vielleicht haben sich die beiden Reporter das falsche Thema ausgesucht. Doch schließlich deutet ein Hinweis doch darauf, das die Nachforschungen von Erfolg gekrönt sein könnten.


Zum Verständnis des Falles ist die Kenntnis der Vorbände nicht erforderlich, aber das Interesse am privaten Vorleben der beiden Journalisten wird schon geweckt. Sowohl Römer, der mit der Trennung von seiner Frau noch nicht völlig abgeschlossen hat und der sich um einen guten Umgang mit seinem Sohn bemüht, als auch Schneider, über die kaum Informationen gegeben werden, die aber durch ihr blitzgescheites Denken besticht, wirken sehr sympathisch. Nach und nach bohren sie sich in ihre Nachforschungen und fördern erstaunliches zutage. Spannend gestaltet sich die Spurensuche. Was da Alles so im Geheimen abläuft, welche zwischenmenschlichen Untiefen manchmal zu umschiffen sind und nicht immer ist es das Offensichtliche, aus dem sich das entscheidende Puzzleteil ergibt. Ein liebenswertes Ermittler-Team, das seinen dritten Fall mit klassischen Methoden geschickt löst.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Das Lied der toten Mädchen von Linus Geschke
ISBN: 978-3-8437-1592-8


Sonntag, 7. Januar 2018

Unheilige Wissenschaft

Schon die ersten Atombombentests, die angeblich harmlos waren, brachten Unheil und Krankheit über die Menschen, die sich in der Nähe aufhielten. Auch nach Jahren und Jahrzehnten ist wahrscheinlich noch nicht das ganze Ausmaß der Gefahr erfasst. Dennoch sind Mitglieder einer Sondereinheit sofort aufgeschreckt als bekannt wird, dass in Japan und Frankreich Elemente gestohlen werden, die zusammengebracht Bestandteile einer schmutzigen Bombe bilden können. Hängen die beiden Vorfälle zusammen? Was könnte das Ziel derer sein, in deren Hände das Material geraten ist?

Ob die technischen Details den Tatsachen entsprechen, kann nicht beurteilt werden. Dennoch gelingt es dem Autor, eine bedrohliche Situation zu schildern. Manchmal geraten die theoretischen Ausführungen für jemanden ohne große Fachkenntnisse dabei etwas zu ausschweifend und nicht auf den Punkt gebracht. Zwar bleibt die Erkenntnis, dass Kernspaltung oder auch Kernfusion potentiell gefährliche Arten der Energiegewinnung und damit mit äußerster Vorsicht anzuwenden sind, wobei die Kernfusion nicht in einem Entwicklungsstand ist, in dem sie kommerziell anwendbar ist. Doch das war auch vorher schon bekannt. Das die Auswirkungen einer schmutzigen Bombe auch die Attentäter beträfen und dass damit auch diese sich genau überlegen sollten, ob sie das in Kauf nehmen, ist klar. Bei der eigentlichen Handlung, die zwar schon spannend ist, bleibt man als Leser jedoch etwas distanziert, da Irrtümern auf eigenartige Weise begegnet wird und letztlich der Sinn oder Unsinn der Aktion nicht so gut verständlich herausgearbeitet werden. Da hilft der stilistisch gute Thrillervortrag des Lesers Uve Teschner auch nicht, um Klarheit zu schaffen. 

Eine interessante Thematik, bei der nicht klar wird, ob dem Leser zu viel abverlangt wird oder ob das Thema hätte besser aufgearbeitet werden können.


2,5 Sterne (🐳🐳+)

Ascheregen von Risto Isomäki
ISBN: 978-3-7857-4572-4


Freitag, 5. Januar 2018

Das gute Schweden

Erica Falck recherchiert für ihr neues Buch. Vor dreißig Jahren verschwand ein kleines Mädchen und wurde kurz darauf tot aufgefunden. Nie wurde richtig geklärt, wie die Kleine zu Tode kam. Nun ist wieder ein kleines Mädchen verschwunden. Ganz Fjällbacka macht sich auf die Suche nach dem Kind. Sogar einige Bewohner des örtlichen Flüchtlingsheimes beteiligen sich an der Suche. Die Eltern sind verzweifelt. Dankbar nehmen sie jede Hilfe an. Die Polizisten um Patrik Hedström tun ihr Möglichstes, um das vermisste Kind zu finden. 

Die kleine Stella vor dreißig Jahren und nun die gleichaltrige Nea. Können Fälle, die sich in so großem Zeitabstand ereignen, zusammenhängen? Es ergeben sich offensichtliche Ähnlichkeiten, die die Polizei und auch Erica dazu bringen, sich den älteren Fall noch einmal genauer anzuschauen. Doch zunächst drängt sich kein Hinweis auf. Auch die Suche nach dem kleinen Mädchen verläuft erstmal erfolglos. Allerdings kommt ein vermehrtes Murren aus der Bevölkerung, mit dem Gerüchte genährt werden, die Flüchtlinge könnten etwas mit dem Verschwinden der kleinen Nea zu tun haben. 

Neben den beiden Fällen um die verschwundenen Kinder berichtet die Autorin noch vom Schicksal der verwitweten jungen Elin, die im siebzehnten Jahrhundert mit ihrer Tochter auf dem Hof ihrer Halbschwester aufgenommen wird. Ob und wie die drei Handlungsstränge zusammenhängen, hält Camilla Läckberg lange im Ungewissen und damit bleiben Spannung und Neugier aufrecht erhalten bis zum Schluss. Langsam entfaltet sich das grausame Geschehen. Je tiefer Patrik und Erica graben, desto mehr bittere Wahrheiten fördern sie zutage. Und wenn Mellberg in seiner bräsigen Dummheit die Ermittlung gefährdet, ist Patrik nicht der Einzige, der seinen Chef mal ordentlich durchschütteln möchte. Ein grober Fehler Mellbergs führt zu einer Katastrophe. 

Es ist kein schöner Fall, der sich aus den Nachforschungen herauskristallisiert. Vieles, das vergangene Generationen im Verborgenen halten wollten, führt in der Gegenwart zu großem Unheil. Deutlich führt die Autorin vor Augen, dass Fremdenfeindlichkeit wahrlich keine Errungenschaft ist, dass Schweigen und Verbergen in die Katastrophe führen kann. Eine Katastrophe, die niemand vorhersehen oder verhindern kann, die sich aus der Entwicklung zwar erklärt, die dadurch aber nicht erträglicher wird. 

Auch wenn die Ermittlung etwas mühsam in Gang kommt, entfaltet dieser Fall ein schonungsloses Bild unserer Gesellschaft und sollte mit Glück zu der Erkenntnis führen, dass Toleranz, Offenheit und Freundlichkeit die besseren Umgangsformen sind, sowohl innerhalb von Familien und Freundeskreisen als auch zwischen den Gesellschaften.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Die Eishexe von Camilla Läckberg
ISBN: 978-3-8437-1596-6


Donnerstag, 4. Januar 2018

Tote Zeugen

Leichtfüßig kehrt Mahony zurück in seinen Heimatort. Obwohl das Jahr 1976 geschrieben wird, wirkt sein Hippie-Outfit in dem verschlafenen Ort etwas deplatziert. Mahony fällt auf, umso mehr als er anfängt, Fragen nach seiner Mutter Orla zu stellen. Er hat immer geglaubt, sie habe ihn ins Waisenhaus abgeschoben, doch nun hat er eine Nachricht bekommen, aus der etwas anderes hervorgeht. Mahony will wissen, was mit seiner Mutter geschehen ist. Mit etwas Überredungskunst kommt er bei der alten Mrs Cauley unter, eine ehemalige Schauspielerin, die schnell eine gewisse Sympathie für Mahonys Schicksal hegt und ihm bei seinen Nachforschungen hilft.

Diese gewitzte alte Frau sprüht vor Ideen, wie man die verstockten Dorfbewohner an den Hammelbeinen packen kann. Mahony selbst ist auch nicht auf den Kopf gefallen, schließlich geht es um seine Vergangenheit. Und dass er die Gabe seiner Mutter, die Toten zu sehen, geerbt hat, erweist sich auch als nicht schädlich. Und so bilden die alte Dame und der junge Unruhe verbreitende Springinsfeld ein echt cooles Team, das erstmal gegen eine Mauer des Schweigens läuft. Hat denn wirklich jeder Dreck am Stecken? Wie kitzelt man da am Besten etwas aus den Leuten heraus, die eigentlich nichts erzählen wollen.

Mit der alten halb bettlägerigen Merle Cauley und dem vor Energie sprühenden Mahony ist der Autorin ein sich nahezu genial ergänzendes Team gelungen. Nach einem etwas befremdlichen Beginn, da man sich selbst daran gewöhnen muss, mit den Toten zu ermitteln, entwickelt das Buch immer mehr Reiz. Man möchte es nicht mehr aus der Hand legen. Beinahe ahnt man ein fürchterliches Ende voraus und kann doch nicht aufhören. So ein witzig skurriler Fall in einer weltabgewandten Umgebung - es funktioniert, es funktioniert sogar bestens. Wenn man schon immer geglaubt hat, dass es in Irland anders zugeht, wird man hier Bestätigung im besten Sinne finden. Mögen die Toten ihre Hand über Merle und Mahony halten.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Der Freund der Toten von Jess Kidd
ISBN: 978-3-8321-9836-7




Mittwoch, 3. Januar 2018

Velocity

Bei ihr wurde eingebrochen, Laura Blacklock kann das Ereignis nicht überwinden. In ihren eigenen vier Wänden fühlt sie sich nicht mehr wohl. Soll sie unter diesen Umständen die berufliche Chance, die sich ihr geboten hat, überhaupt annehmen. Während einer Schwangerschaftsvertretung für eine Kollegin bei der Zeitschrift Velocity hat Laura die Möglichkeit an der Jungfernfahrt eines exklusiven Luxus-Kreuzfahrtschiffes teilzunehmen. Eigentlich keine schlechte Idee, schließlich kann dort niemand eine Tür aufbrechen und in ihre privaten Räume eindringen. Zunächst ist Laura schier überwältigt von dem Leben der Reichen, an dem sie zu Promotionzwecken teilhaben darf. Bis sie Geräusche in der angeblich leer stehenden Nachbarkabine hört und glaubt, sie habe gesehen wie ein Körper ins Wasser fällt.

Durch den Einbruch von Ängsten geplagt, will sich Laura eigentlich erholen und die Reise genießen. Doch nach ihrer vermeintlichen Beobachtung, über die sie dem Sicherheitsoffizier berichtet, der ihr allerdings keinen Glauben schenkt, ist Laura nervlich ziemlich am Ende. Sollte ihr ihre Phantasie tatsächlich einen Streich gespielt haben. Laura beginnt nachzufragen, wie die anderen Gäste den Abend erlebt haben. Doch niemand hat etwas Ungewöhnliches beobachtet. Laura zweifelt und verzweifelt beinahe.

Kann der Leser Laura trauen? Schließlich hat sie den Einbruch noch nicht verwunden. Vielleicht ist ihre Phantasie doch etwas lebhaft. Und in manchen Momenten wirken die logischen Äußerungen der Mitkreuzfahrer einfach glaubhafter. Es muss ihr wie ein Kampf gegen Windmühlen vorkommen. Vielleicht kann man ihr Gefühl nachempfinden, wenn man selbst schon einmal in einer Situation schlicht die Wahrheit gesagt hat und nur ungläubiges Kopfschütteln geerntet hat. Da möchte man vor Frust in die Tischkante beißen. Oder kann in Lauras Fall mehr dahinter stecken?

Vielleicht wird in diesem Fall nicht jede Nuance bis ins Letzte geklärt, dafür aber bekommt man einen sehr spannenden und schnellen Thriller in einer Umgebung angesiedelt, in die man gerne einmal lugen möchte. Filmreif geschrieben mit treffenden Dialogen spielt sich die Handlung hauptsächlich in dem begrenzten Raum des Schiffes ab. Durch kleine Einschübe wird die Sorge um Laura verstärkt, die zwar auf dem Schiff vor etlichen Gefahren sicher ist, aber dieses auch nicht ohne weiteres verlassen kann. Flott gelesen, mitgerissen, fesselnde Unterhaltung genossen.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Woman in Cabin 10 von Ruth Ware
ISBN: 978-3-423-43270-2